nina wallentin

tRaum 54_15

Stimmen zu „Miniaturträume“

Text Nr. 75  29.11. 2013

http://www.milanchlumsky.de/9.html „Schuhkartons auf Sigmund Freuds Couch“

Dr. Milan Chlumsky, 2013

...“Wir nehmen Einblick in Räume, die unerwartet, träumerisch, märchenhaft und manchmal auch etwas melancholisch sind. Wie in einen Guckkasten oder gar in ein Puppenhaus sehen wir in einzelne Räume, keine Zimmerfluchten, die alle eine eigene Atmosphäre besitzen. Nina Wallentins Interieurs sind nicht bewohnbar, aber doch vorstellbar, aufgeladen mit Ängsten, Sehnsüchten und Projektionen der eigenen Person. Aus verschiedensten Versatzstücken zusammengesetzt, wirken sie irreal und sind doch vorhanden. Wie in einem Traum (oder Albtraum) sind wir urplötzlich Bewohner von Puppenstuben, die vielleicht eher in uns wohnen, als wir in ihnen. Sie kehren das Innerste nach außen und auf diese Art und Weise begegnen wir einem Selbst, das wir zuvor nicht gekannt haben....“

Dr. Martin Stather, Mannheimer Kunstverein, 2013

Porträt Nina Wallentin „Träumende Räume“

http://www.morgenweb.de/.. ../kultur-allgemein/traumende-raume

Mannheimer Morgen, 2013

...“Schon der erste Blick verrät, dass die Motive etwas ungewöhnlich sind. Es sind allesamt Räume, aber solche, die wir nicht betreten können...“
...“Die Einrichtungen in Puppenhausdimension erweisen sich bald als surreale Inszenierungen. An irgendeiner Stelle brechen alle ins Absurde weg, sei es durch ausgefallene Dingkombinationen, sei es durch eine unwirkliche Wandgestaltung. Die Lichtregie verstärkt noch den fiktionalen Charakter der Szenerien, wie sie überhaupt bisweilen anmuten wie Filmstills...“
...“Am Ende fotografiert Nina Wallentin ihre Modelle. Mit einer analogen Kamera und entsprechendem Objektiv nimmt sie den Raum im Weitwinkel auf, immer auf Augenhöhe mit dem Rauminnern. So meinen wir, die Fotografin stünde mitten in einem realen 1:1-Raum. Mit der Wahl eines ganz bestimmten Blickwinkels taucht die Künstlerin ihr jeweiliges Modell in eine besondere Atmosphäre, die märchenhaft, beklemmend oder einfach bewegt sein kann. Ihre Miniaturräume kreiert Nina Wallentin mit viel Phantasie und Eingebungskraft. Das überträgt sich unmittelbar auf uns als Betrachter, die wir lange vor der einzelnen Arbeit verweilen und uns die schönsten oder schaurigsten Geschichten hineindenken können, die sich in ihr abspielen möchten: jeder von uns eine andere!“

Dr. J. Huber, Freie Kunstakademie Mannheim, 2012

...“Ihre Szenarien erinnern an Theaterkulissen, an Höhlen, aber auch Wohn- und Sakralräume lassen sich assoziieren. Beim Modellbau hat Nina Wallentin die Möglichkeit, in ihre Gedanken-Bilder, die sie dreidimensional vor sich sieht, immer wieder gestalterisch einzugreifen. Während sie hier noch aus der Vogelperspektive auf den entstandenen Raum herabschaut, ermöglicht ihr die Fotografie eine Perspektive auf Augenhöhe...“
...“Sie schafft, wie sie es nennt, „Gefühlsräume nach reflektierten Traumsequenzen, nach persönlichen Erlebnissen und Begebenheiten aus der Umwelt. Ebenso entstehen auf intuitive Art und Weise, etwa durch Materialien inspiriert, neue Räume...“
...“In Nina Wallentins poetischen Raumszenarien ist eine starke physische Präsenz greifbar, die jedoch nie explizit wird. Ihre Interieur-Szenerien vermitteln oftmals eine rätselhafte menschenleere Atmosphäre und doch scheint es Hinweise menschlichen Daseins zu geben. Ebenso hinterlassen sie den Eindruck völliger Zeitlosigkeit und gleichzeitig vermitteln sie das Gefühl, als seien sie soeben verlassen worden. Ihre Schwarz-Weiß-Fotografien lassen den Gedanken Raum und ermöglichen dem Betrachter unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten, basierend auf seinen eigenen Erfahrungen und Gefühlen.“

Gerd Lind, Freie Kunstakademie Mannheim, 2011

„Ein paar Murmeln, ein Bett, ein Telefon auf einem Stuhl. Die Requisiten auf Nina Wallentins Fotos sind einfach. Aber vor allem: klein. So klein, dass sich mit ihnen bestenfalls winzige Wesen umgeben könnten. Wir aber stehen in echter Lebensgröße vor ihren bühnenbildartigen Aufnahmen und staunen. Denn in dieser Puppenwelt, die sie mit ihrer Kamera inszenierte, ist alles enthalten: Düsternis und Unbehaglichkeit, Träumerei und Melancholie...“

A. Wind, Mannheimer Morgen, 2011